Beratung in aktueller Trennungssituation

 

Trennungsberatung wird dann angeboten, wenn wenigstens einer der beiden Partner eindeutig die Trennung wünscht oder sie bereits räumlich durchgeführt hat. In der Trennungsphase werden starke Gefühle von Enttäuschung, Wut, Hass, Verlassenheit und Verletztheit erlebt, aber auch Trauer, Schmerz und Depression. Vor allem wird in dieser Phase um Schuldzuweisungen gerungen, wobei sich die Partner heftig bekämpfen und vor allem von der Beratung eine Unterstützung ihrer individuellen Position in der Auseinandersetzung erhoffen.

 

Gerade in dieser Phase besteht die Gefahr, die Sicherheit der sich auflösenden familiären Struktur durch die Sicherheit formal-juristischer Konfliktregulierungsstrukturen zu ersetzen, die auch noch den verführerischen Vorteil haben, alte Macht- und Beziehungskämpfe im neuen Gewand langjähriger Scheidungsprozesse weiterführen zu können.

 

Die Trennungsberatung vor allem in interdisziplinärer Form hat hier zum Ziel, eine derartige Spaltung des bereits begonnenen Trennungsgeschehens in einen emotionalen und einen juristischen Trennungsprozess zu verhindern. Die Sicherung der Belange der Kinder, die Verringerung der emotionalen Belastung der Partner, die Aufdeckung und Entschärfung des Paarkonfliktes sowie die Suche nach einem zukünftigen Weg der Eltern in der Verantwortung gegenüber ihren Kindern und eine von beiden tragbare Elternschaft für die Zukunft zu entwerfen, sind Aufgabe und Ziel der Trennungsberatung.

 

In der Scheidungsberatung wird Ergebnis orientiert die eigenverantwortliche Konfliktregulierung auf beziehungsdynamischer und juristischer Ebene mit den scheidungswilligen Ehepartnern erarbeitet. In die unmittelbare Vorscheidungs- und Scheidungsphase gehört auch der im folgenden noch ausführlicher darzustellende Ansatz der Mediation oder Scheidungsvermittlung.